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Sensing Air

 

Was ist dieses unsichtbare Element „Luft“, das wir weder sehen noch schmecken, nur manchmal riechen, und von dem wir uns – selbst in Verbindung mit Liebe – nicht ernähren können, für unsere Existenz aber elementar ist und uns mit allem und jeden innerhalb der Atmosphäre unseres Planeten verbindet?

Ein Netz, eine riesige Matrix, über dieses Erdenrund ausbreitet, fließend aber doch hermetisch, gibt und nimmt sie Leben, verbindet uns mit längst untergegangenen Kulturen, Menschen und Ereignissen (mit jedem Atemzug atmen wir heute noch im Schnitt zehn Atemmoleküle ein, die Cäsar bei seinem berühmten Ausruf: „Auch du, mein Sohn Brutus!“ ausgestoßen hat, heißt es), verkündet aktuelle und künftige Katastrophen, setzt Erinnerungen frei, bereitet Lust und Wohlbehagen.

Wie aber können wir die in der Luft enthaltenen Informationen für uns wahrnehmbar machen?

Einst waren Kanarienvögel die erzwungenen Begleiter der Bergarbeiter unter Tage. Die durch ihren Tod uns Menschen darauf hinweisen konnten, wo eine unsichtbare Gefahr lauert. Genauso einen elektronischen Kanarienvogel wollen wir gemeinsam bauen, um dem Unsichtbaren seine Tarnkappe zu entreißen, das Abstrakte konkret, das Verborgene sichtbar zu machen.

Dazu beginnen wir den Workshop mit einer Exkursion zu Hamburgs Luftmessstationen und sammeln neben den dort erhobenen Daten, persönliche Reize und Empfindungen, um diese in einen individualisierten Luftdetektor zu überführen. Jessica Broscheit wird den Teilnehmenden zeigen, wie sich die gesammelten Informationen in eine andere Sprache (z.B. Klang) übersetzten lassen und anleiten einen visuell, haptisch und akustisch erfahrbaren Prototypen zu entwickeln.

 

 

What is this invisible element „air“ that we neither see nor taste, only sometimes smell, and from which we cannot feed ourselves – even in connection with love – but which is elementary to our existence and connects us with everything and everyone within the atmosphere of our planet?

A net, a huge matrix, stretching over this earth, flowing but hermetically, gives and takes life, unites us with cultures, people and events that have long since perished (each breath we inhale ten respiratory molecules on average today, the Caesar at his famous cry: „You too, my son Brutus!“ It is said that, as it says, it releases current and future catastrophes, unleashes memories, creates pleasure and well-being.

But how can we make the information contained in the air perceptible to us?

Once upon a time, canaries were the forced companions of miners underground. Who by their death could point out to us humans where an invisible danger lurks. Likewise, we want to build an electronic canary together to snatch out of the invisible its cap of camouflage, to make the abstract concrete, the hidden visible.

To this end, we begin the workshop with an excursion to Hamburg’s air measurement stations and collect, in addition to the data collected there, personal stimuli and sensations in order to transfer them into an individualised air detector. Jessica Broscheit will show the participants how the collected information can be translated into another language (e. g. sound) and how to develop a prototype that can be experienced visually, haptically and acoustically.